Baldram war sichtlich stolz auf sich, die Aufgabe im Industriegebiet hatte er ohne Probleme erledigt. Er hatte Glück das er die gebrauchten Informationen direkt vor Ort bekommen konnte und nicht noch einen weiteren Umweg vor sich hatte. Das Problem an seinen unterfangen war jetzt allerdings, dass er ziemlich viele Orte absuchen musste um sich seinen Lohn für die letzten Jahre zu holen. Es würde wohl Monate, wenn nicht sogar Jahre dauern um alles abzuarbeiten, wäre er damals etwas schlauer gewesen, hätte er die Suche wohl jetzt etwas abkürzen können, aber damals war er in einer Stress Situation und dabei klar zu denken ist nun einmal etwas schwieriger. Was Baldram aber am meisten ärgerte war, dass seine Mission auch scheitern könnte, denn zwischen damals und heute sind schon so viele Jahre verlangen und wer garantiert ihn, dass das Objekt der Begierde überhaupt noch existent war? Aber Baldram war entschlossen genug um wenigstens zu versuchen an seinen Lohn zu kommen, sollte es am Ende nicht gelingen, dann hätte er eben Pech gehabt. Dann hätten aber auch die anderen nicht die Chance ihn diesen Lohn wegzunehmen und das erfüllte ihn gleich noch mehr mit Stolz.
Jetzt wollte er aber erst einmal seine Tochter und seine Ex-Frau wiedersehen. Er hatte heute schon mit ihr Telefoniert und sie hatte ihn sofort zugesagt, dass er seine Tochter und sie besuchen dürfte. Allerdings nicht in ihrer neuen Wohnung, dass wollte sie nicht und so haben sie sich in einen Cafe in der City verabredet. Baldram war erstaunt das es dieses Cafe noch gab, war es doch damals schon richtig runter gekommen und total ungepflegt. Ob es noch die selbe Besitzerin hatte? Oder ob nur der Name geblieben ist und der Rest total neu war?
Baldram sah schon von weiten das dieses Cafe nichts mehr mit dem alten zu tun hatte. Von außen sah es richtig Schmuck aus, die Farben waren frisch und leuchtend, das Namensschild war erneuert und anziehend. Und auch im inneren des Cafes hatte sich alles geändert, der Tresen war aus schönen Holz, der Tische ebenso, genauso wie die Stühle. Alles war aufeinander abgestimmt und alles war sauber, nicht so wie früher.
Das Menü war natürlich auch stark verändert. Es gab jetzt mehr Auswahl an Kuchen und auch über die Kaffeespezialitäten konnte man schnell den Überblick verlieren. Damals gab es noch gar nicht so viele Sorten, jedenfalls nicht in dieser Stadt.
Seine Tochter und seine Ex-Frau erkannte er sofort als diese die Straße herunter kamen. Er überlegte wie alt seine Tochter jetzt ist, 14 könnte sie jetzt sein, älter auf keinen Fall, vielleicht noch etwas jünger, aber das Mädchen was da auf ihn zu kam sah älter aus, eigentlich glich sie eher einer Frau als einen Mädchen. Aber egal, es ist seine Tochter und er freut sich auf das wiedersehen mit ihr, hatte er sie doch so lange nicht sehen können. Nur über Briefe konnten sie die gesamte Zeit den Kontakt halten und das haben sie ausgiebig gemacht. Ob er die Zeit ohne diese Briefe überstanden hätte?
Baldram erinnerte sich an den ersten Brief den er bekommen hatte. Damals war es ein Bild welches seine Tochter für ihn gezeichnet hatte. Dieses Bild hing bis zum Schluss bei ihm an der Wand. Später kamen zu den Bildern auch die ersten Sätze hinzu und dann waren es nur noch Sätze und keine Bilder mehr. Er konnte seine Tochter zwar nicht im realen Leben wachsen sehen, aber in seiner Vorstellung und mit jedem Brief den er von ihr bekommen hat, wuchs das kleine Mädchen, aber nicht zu einer Frau, sondern zu einen großen Mädchen, zu einer Jugendlichen.



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